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Filip Nohe

SolidariTip: Gewerkschaftliche Organisation in Gastronomie und Lieferdiensten unterstützen

Für heute ruft die Gewerkschaft NGG die Lieferando-Beschäftigten in Berlin zum Streik auf. Volle Solidarität dafür. Ich nehme das mal zum Anlass, eine Idee aufzuschreiben.

Ich selbst habe keine Arbeitserfahrung in Gastronomie oder bei Lieferdiensten. Manchmal bestelle ich was in Restaurants oder lasse mir Essen liefern. Dann gebe ich oft ein Trinkgeld. Dabei fühle ich mich immer ein bisschen unwohl, vor allem wenn ich vermute, dass mein Gegenüber schlecht bezahlt, prekär beschäftigt oder durch Scheinselbständigkeit entrechtet wird. Denn das Trinkgeld fühlt sich für mich wie ein Almosen an, mit dem ich ein ausbeuterisches System irgendwie am Laufen halte. Ich finde es besser, wenn Beschäftigte kollektiv mit den Unternehmen gute Löhne und ordentliche Arbeitsbedingungen aushandeln können, anstatt auf die Launen der Kund*innen angewiesen zu sein, um ihr Einkommen aufzubessern. Aber dafür müssen sie sich organisieren, und das scheint schwierig, besonders in atomisierten Arbeitsumgebungen.

Hier ist also eine Idee für eine Weiterentwicklung des Trinkgelds: SolidariTip. Es könnte verschiedene Formen annehmen. Anstelle von (oder zusätzlich zu) einem normalen Trinkgeld könnten wir:

Je nach Form müsste dafür die Gewerkschaft institutionell ein bisschen mitspielen (z.B. indem sie Gutscheine anbietet oder spenden für den Streikfonds annimmt).

Das Ziel wäre jedenfalls, die Beschäftigten darin zu bestärken, sich gewerkschaftlich zu organisieren und die Idee der kollektiven Aktion zu fördern. Ich sehe es auch als Form der Solidarität zwischen Beschäftigten verschiedener Branchen.

Was denkt ihr? Ich freue mich über Feedback!

Edit 24. Oktober 2025: Falls die NGG die Idee aufgreifen möchte, fällt mir auch ein deutschsprachiger Name ein: TriNGGeld